Monatsarchiv für Juni 2008

 
 

Energiedarlehen: Kredit ohne Grundschuld für regenerative Maßnahmen

Weil die Rohstoffpreise kontinuierlich steigen, erwägen immer mehr Immobilienbesitzer eine energetische Sanierung ihres Objektes. Neben klassischen Ratenkrediten und Modernisierungsdarlehen gibt es zunehmend auch Mischformen zur Finanzierung von energetischen Modernisierungen. Der neueste Kredit ist ein spezielles Energiedarlehen, das über den Baugeldvermittler HypothekenDiscount erhältlich ist.

Bei Kreditsummen von unter 25.000 Euro sind meist herkömmliche Kredite sinnvoll, die ohne eine Eintragung der Grundschuld auskommen. Allerdings liegen die Zinssätze für solche Ratenkredite aktuell bei 6,5 bis 8 Prozent. „Bei umfangreichen Maßnahmen über 25.000 Euro waren bisher spezielle Modernisierungsdarlehen die erste Wahl, weil sie wegen des Grundschuldeintrages eine Kreditaufnahme zu günstigen Hypothekenzinskonditionen zwischen 4,5 und 5,5 Prozent ermöglichen“, sagt Kai Oppel von HypothekenDiscount.

Über den Baugeldvermittler können Sanierungsinteressierte jetzt ein spezielles Energiedarlehen erhalten. Das Energiedarlehen kann je nach Laufzeit zu Konditionen zwischen 5,3 und 5,6 Prozent aufgenommen werden. Es kommt ohne die aufwändige und kostenpflichtige Eintragung der Grundschuld aus. Der Zinssatz liegt damit nur unwesentlich über dem von grundschuldbesicherten Modernisierungskrediten und deutlich unter denen von Ratenkrediten. „Der Kreditbetrag muss zwischen 5.000 und 60.000 Euro liegen und muss zur Finanzierung von regenerativen Systemen zur Wärme und Stromerzeugung verwendet werden.“ Dazu zählen beispielsweise Photovoltaikanlagen, Solarthermen, Wärmepumpen oder Pelletheizungen. Die Kreditlaufzeiten reichen von 72 bis zu 180 Monaten und bieten langfristige Kalkulationssicherheit. Dafür muss der Kredit innerhalb der Laufzeit komplett getilgt werden.

Immobilienfinanzierung: Zinsen nähern sich 5-Prozent-Marke

Peanuts sind das nicht: Auf mehr als 30 Milliarden Euro taxieren Analysten von JP Morgan Chase den möglichen Abschreibungsbedarf bei kontinentaleuropäischen Banken wegen der internationalen Kreditkrise, die seit fast einem Jahr die Märkte in Atem hält. Gut drei Milliarden Euro fallen der Studie zufolge allein bei der Deutschen Bank an. Jenseits des Atlantiks halten sich hartnäckig Gerüchte über ernsthafte Liquiditätsschwächen beim US-Finanzinstitut Lehman Brothers. Ein paar schlechte Meldungen aus der Bankenbranche reichten in der ersten Juniwoche, um die Angst vor einer erneuten Krisenwelle zu schüren.

Doch die Überraschung blieb aus. Der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) machte auf seiner turnusmäßigen Juni-Sitzung keine Anzeichen, mit niedrigeren Zinsen die Liquidität der Märkte sicherzustellen und die Konjunktur zu stützen. Ganz im Gegenteil: „Es ist nicht sicher, aber es ist möglich, dass wir den Leitzins auf unserer nächsten Sitzung um einen kleinen Betrag erhöhen“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im Anschluss an die Ratssitzung. Ungewöhnlich deutlich bereitet Europas oberster Währungshüter die Märkte auf einen Zinsschritt um vermutlich 25 Basispunkte auf dann 4,25 Prozent vor. Damit tut die Europäische Zentralbank das, wozu sie verpflichtet ist: die Stabilität des Euro wahren. Nach außen zeigt die junge Gemeinschaftswährung zwar Stärke. Doch nach innen wachsen die Gefahren.

Seit Monaten rät der Baugeldvermittler HypothekenDiscount Darlehensnehmern, nicht unnötig Zeit bei der Finanzierung von Haus oder Wohnung zu verlieren. Erst- oder Anschlussfinanzierer sollten rasch ihr Darlehenspaket schnüren. Denn nicht nur Kredite mit kurzer Laufzeit werden teurer, wenn die Notenbanker die Leitzinsen erhöhen. Auch am langen Ende müssen Verbraucher mit weiteren Preissteigerungen bei Hypothekendarlehen rechnen. Inzwischen bewegen sich Darlehen mit zehn Jahren fester Zinsbindung auch bei Top-Anbietern auf die 5-Prozent-Marke (effektiv) zu.

Grund hierfür ist die hohe Inflationsrate in Euroland, die maßgeblich die Preisbildung von Krediten mit langer Laufzeit beeinflusst. Derzeit gelingt es nicht, die Preise im Zaum zu halten. Die amtlich gemessene Inflationsrate für die Eurozone dürfte sich in den kommenden Monaten bei vier Prozent einpendeln – das wäre doppelt so hoch, wie von der EZB als Ziel formuliert. Ein Indikator dafür ist das Geldmengenwachstum M3. Im April lag M3 um 10,6 Prozent über dem Vorjahr – und wächst nun schon den 17. Monat in Folge zweistellig. Die Zentralbank selbst war noch im März von 2,9 Prozent Jahresrate ausgegangen. Nun liegt der Mittelwert der Prognosen bei 3,4 Prozent Inflation für dieses Jahr.

Noch schlimmer aber wiegt womöglich die gefühlte Preisentwicklung. Der Index für die wahrgenommene Inflation (IWI) zeigte im vergangenen Jahr bereits eine mehr als doppelt so hohe Teuerungsrate an wie die amtliche. Inzwischen liegen die Jahresprognosen für den IWI sogar bei neun Prozent.

HypothekenDiscount rät allen Eigenheimern, dass historisch niedrige Zinsniveau jetzt zu nutzen. Die zweite Empfehlung lautet, möglichst hoch zu tilgen – mindestens mit zwei Prozent. Dies führt nicht nur zu schnellerer Schuldenfreiheit. Wer höher tilgt, wird auch bei der Anschlussfinanzierung weniger hart von einem höheren Zinsniveau belastet.

Trend:
kurzfristig: schwankend, leicht steigend
mittelfristig: leicht steigend